Der Ausgangspunkt: Fünf Säcke und keine Lust mehr
Ich gebe es zu: Mein Kleiderschrank war ein Graus. Drei Kommoden voll, der Schrank quoll über, im Keller stapelten sich zwei Umzugskartons mit Sachen, die ich seit Jahren nicht mehr angefasst hatte. Als der Vermieter eine Modernisierung ankündigte und ich für die Bauarbeiten umräumen musste, war klar: Klamotten ausmisten und endlich Platz schaffen.
Was ich nicht wollte: Alles einfach in die Altkleider-Tonne werfen. Da waren Jeans dabei, die ich mal für 120 € gekauft hatte. Eine Wollmantel von einer skandinavischen Marke, vielleicht zweimal getragen. Ein Bauernpullover meiner Oma, der heute auf Vinted für 60 € durchgeht. Das war zu schade zum Wegwerfen, und der Gedanke, dass das alles in der Müllverbrennung landet, hat mich gestört.
Also habe ich angefangen zu sortieren. Drei Stapel: Behalten, Spenden, Verkaufen. Der Verkaufs-Stapel war am Ende der größte — und die spannende Frage lautete: Wie verkauft man fünf Säcke Kleidung, ohne dabei drei Monate seines Lebens zu verlieren?
Die drei Optionen, die ich verglichen habe
Bevor ich mich für STFL entschieden habe, habe ich die klassischen Wege durchgerechnet. Hier ist, was ich dabei gelernt habe.
Option 1: Flohmarkt
Klassisch, romantisch — und in der Praxis ein Vollzeit-Job. Standgebühr 35 € pro Wochenende, ab 5 Uhr morgens aufbauen, den ganzen Tag in der Sonne stehen, am Ende sitzt man auf 60 % der Ware und muss sie wieder einpacken. Bei meinem letzten Flohmarkt-Versuch vor zwei Jahren hatte ich nach 9 Stunden 87 € in der Kasse. Pro Stunde gerechnet ist das weniger als der Mindestlohn — und das ohne den Stress, das Packen, das Tragen.
Für fünf Säcke Kleidung wären das mindestens drei Wochenenden gewesen. Drei Wochenenden, an denen ich morgens um 4:30 aufstehe. Nein danke.
Option 2: Kleinanzeigen
Auf dem Papier die offensichtliche Wahl. Kostenlos, große Reichweite. In der Praxis sieht es so aus: Jedes Teil einzeln fotografieren (gutes Licht, vor weißem Hintergrund, mehrere Perspektiven), Beschreibungstext schreiben, Maße angeben, Preis recherchieren, hochladen. Pro Teil 10 bis 15 Minuten Arbeit.
Dann fängt der Spaß an: "Geht 5 €?", "Kann man das abholen?", "Letzter Preis?", dreimal nicht zum vereinbarten Termin erschienen, am Ende für 60 % des Listenpreises verkauft — wenn überhaupt. Für fünf Säcke Kleidung mit grob geschätzt 200 Teilen wären das etwa 35 bis 50 Stunden Arbeit gewesen, plus Versand und Korrespondenz. Bei meinem Stundensatz im Hauptjob hätte mich das mehr gekostet, als die Kleidung am Ende eingebracht hätte.
Option 3: STFL (der Verkaufsservice von Stuffle)
Über STFL bin ich durch einen Insta-Post einer Bekannten gestolpert. Das Prinzip klang fast zu einfach: Foto machen, Annahme abwarten, einschicken, auszahlen lassen. Skeptisch war ich trotzdem — ich hatte in der Vergangenheit mit Second-Hand-Ankaufdiensten gemischte Erfahrungen gemacht. Oft kamen am Ende lächerliche Cent-Beträge raus, weil die "Ankaufsbots" alles maschinell bewerten.
STFL ist anders: Ihre Stücke landen tatsächlich im Stuffle-Marketplace und werden dort an echte Käufer verkauft. Sie bekommen den realen Verkaufspreis — nicht einen Pauschal-Ankaufswert von irgendeinem Algorithmus.
Das war der Punkt, der mich überzeugt hat. STFL verkauft für mich, nicht an mich. Ich behalte den Verkaufserlös, STFL übernimmt nur den ganzen Aufwand drumherum.
So lief mein Verkauf bei STFL — Schritt für Schritt
Ich erzähle es Ihnen genau so, wie es bei mir abgelaufen ist. Damit Sie wissen, was Sie erwartet, falls Sie selbst überlegen.
Fotos machen (Tag 1)
App öffnen, Stück fotografieren, hochladen. Bei Kleidung hängt man das Teil idealerweise an einen Bügel an eine helle Wand und macht ein Frontfoto. Marken-Tag separat fotografieren ist Pflicht — das hilft STFL bei der Einschätzung enorm. Für meine ersten 50 Teile habe ich etwa zwei Stunden gebraucht. Mit Übung geht das pro Teil in 30 Sekunden.
Vorabschätzung abwarten (Tag 1–2)
STFL prüft jedes Stück und gibt eine grobe Preisspanne zurück. Manche Teile werden direkt abgelehnt (zu starke Gebrauchsspuren, No-Name ohne Markt) — und das ist ehrlich gesagt eine Wohltat. Ich musste nicht selbst entscheiden, was sich lohnt. Bei mir waren von 200 Teilen 168 angenommen.
Karton packen und einschicken (Tag 3)
DHL-Versandlabel kommt von STFL kostenlos. Ich habe alles in drei Kartons gepackt — Kleidung gerollt, nicht gefaltet, das spart enorm Platz. Karton zur Post oder zur Paketstation gebracht, fertig. Kein eigenes Porto, kein Verhandeln, kein Termin-Geplänkel.
Eingang bei STFL & Live-Stellung (Tag 5–7)
Sobald die Pakete bei STFL ankommen, wird jedes Stück professionell fotografiert, beschrieben und in den Stuffle-Marketplace eingestellt. Ich habe in meiner App täglich gesehen, welche Teile online gegangen sind — und das war ein bisschen wie Weihnachten.
Verkauf & Auszahlung (Tag 7–30)
Die Hälfte meiner Stücke war innerhalb der ersten Woche verkauft. Bei jedem Verkauf bekommt man eine Push-Benachrichtigung. Auszahlungen laufen automatisch auf das hinterlegte Konto. Nach 14 Tagen hatte ich die erste größere Auszahlung; nach 30 Tagen war fast alles raus.
Die echten Zahlen — was 5 Säcke Kleidung eingebracht haben
Ich bin bei dem Thema gerne transparent, weil im Netz so viel Marketing-Geschwurbel rumfliegt. Hier meine echten Zahlen:
- Eingeschickt: 200 Kleidungsstücke (Damen, Größe 36–40, gemischte Marken)
- Angenommen: 168 Stücke
- Davon verkauft nach 30 Tagen: 142 Stücke (85 % Verkaufsquote)
- Auszahlung gesamt: 1.847 €
- Mein Zeitaufwand: ca. 4 Stunden (Fotos + Packen + Versand)
- Effektiver Stundenlohn: rund 460 € / Stunde
Vergleichen wir das mit dem Flohmarkt-Szenario: Für die gleiche Summe hätte ich realistisch 20+ Wochenenden verkaufen müssen. Mit Kleinanzeigen wäre ich auf vielleicht 1.300 € gekommen, hätte aber 40+ Stunden investiert. STFL war für mich der mit Abstand effizienteste Weg.
Wichtig zu wissen: Nicht jedes Teil verkauft sich für viel. Mein Spitzenreiter war ein wenig getragener Wollmantel für 184 €. Mein Schlusslicht war ein H&M-Shirt für 4 €. Im Schnitt lag jedes verkaufte Stück bei rund 13 €. Erwarten Sie keinen Reichtum — aber 1.500 bis 2.500 € aus einem ordentlich gefüllten Keller sind absolut realistisch.
Was ich beim nächsten Mal anders machen würde — 7 Tipps für maximale Auszahlung
1. Marke immer mit auf das Foto
Das Marken-Tag separat zu fotografieren hat bei mir die Annahmequote spürbar erhöht. Ohne sichtbare Marke sind viele Teile schwer einzuordnen. Bei Designer-Stücken (z.B. ein Marc-O'Polo-Mantel) bringt das sichtbare Logo am Ende auch dem Käufer mehr Vertrauen — und damit Ihnen einen höheren Verkaufspreis.
2. Saison-Timing nutzen
Wintermäntel im Oktober einschicken, Bikinis im April. Ich habe meine Wintersachen leider im Februar reingeschickt — und ein paar gute Stücke gingen erst im Oktober raus. Wenn Sie es planen können, schicken Sie Kleidung 4–6 Wochen vor der Saison ein, in der sie getragen wird.
3. Keine starken Gebrauchsspuren
Pillingbälle, kleine Löcher, ausgewaschene Farben — alles, was im normalen Trage-Alltag entsteht, mindert den Wert deutlich. Stücke mit echten Mängeln werden oft komplett abgelehnt. Ehrliche Selbsteinschätzung spart Ihnen das Frust-Erlebnis.
4. Komplettsets zusammenhalten
Wenn Sie zu einer Bluse den passenden Rock haben, schicken Sie beides zusammen ein und schreiben Sie es in die Beschreibung. STFL kann Sets oft besser positionieren als zwei Einzelstücke.
5. Premium-Marken separat einschicken
Wenn Sie ein paar wirklich hochwertige Stücke haben (z.B. Hugo Boss, Marc Cain, COS), erwähnen Sie das in der App. STFL kann diese gezielt für eine bessere Sichtbarkeit einstellen. Bei mir war es ein einzelner Burberry-Schal, der für 67 € ging — mehr als alle meine H&M-Teile zusammen.
6. Kein Geruch, kein Tierhaar
Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Kleidung aus Raucherhaushalt oder mit Hundehaaren wird oft retourniert. Einmal kurz lüften, mit Fusselrolle drüber — und Sie sparen sich den Ärger.
7. Kein Pulli-Berg, sondern Karton-Sortierung
Wenn Sie mehrere Kartons schicken, machen Sie eine kurze Liste pro Karton. STFL kann den Wareneingang dann schneller bearbeiten und Sie sind schneller live im Marketplace — und damit schneller bei der Auszahlung.
Der Nachhaltigkeits-Hook, der mich am meisten überzeugt hat
Ich gebe ehrlich zu: Am Anfang ging es mir vor allem ums Geld. Aber je tiefer ich in das Thema reingerutscht bin, desto klarer wurde mir die andere Seite. Jedes Stück, das ich verkauft habe, ist ein Stück, das nicht neu produziert werden musste.
Die Fashion-Industrie ist nach der Erdöl-Branche die zweitgrößte Umweltverschmutzerin der Welt. Eine einzige Jeans verbraucht in der Produktion rund 7.000 Liter Wasser. Indem meine 142 verkauften Stücke ein zweites Leben bekommen haben, sind hochgerechnet (sehr grob) mehrere hunderttausend Liter Wasser nicht für Neuproduktion verbraucht worden. Das fühlt sich gut an.
Dazu kommt: Die Käufer im Stuffle-Marketplace sind Menschen, die bewusst Second-Hand kaufen wollen — nicht weil es billig ist, sondern weil es richtig ist. Diese Form von Kreislaufwirtschaft ist ein leiser, aber wichtiger Hebel gegen Fast Fashion.
Wann lohnt sich STFL nicht?
Ich will bei der Wahrheit bleiben. STFL ist nicht für jeden und nicht für jeden Fall die richtige Wahl. Wo es nicht passt:
- Einzelne Spitzen-Designer-Stücke: Ein ungetragener Chanel-Mantel gehört in eine Vintage-Auktion oder zu einem spezialisierten Designer-Resale. Da bekommen Sie mehr.
- Sehr individuelle / lokale Stücke: Trachtenmode für Bayern, regionale Marken — das kann auf lokalen Marktplätzen besser laufen.
- Möbel oder Großstücke: Alles muss ins Paket passen. Sofas, Tische, große Lampen gehen nicht.
- Sehr günstige Massenware: Ein einzelnes Primark-Shirt für 3 € lohnt für niemanden. Aber wenn Sie 30 Stücke einschicken, summiert es sich.
Mein Fazit: Ich würde es wieder so machen
Sechs Wochen nach meinem ersten Einsenden ist mein Keller leer, mein Konto um 1.847 € voller, und ich habe das gute Gefühl, dass meine Kleidung jetzt jemand anders trägt statt in der Tonne zu landen. Das ist für mich eine Win-Win-Win-Situation: Mehr Platz, mehr Geld, weniger Umwelt-Last.
Wenn Sie selbst gerade vor einem überfüllten Schrank stehen und sich fragen, ob sich der Aufwand lohnt: Probieren Sie es mit einem kleinen Karton aus. 20–30 Teile reichen für einen ersten Test. Wenn Sie sehen, dass die ersten Auszahlungen kommen, werden Sie ohnehin nachschieben.
Die ehrliche Wahrheit ist: Ich hatte erwartet, vielleicht 400 € rauszuholen. Dass es am Ende fast das Fünffache war, hat mich selbst überrascht. Klamotten ausmisten und Geld verdienen — das funktioniert wirklich.